Erfahrungsbericht einer ehemaligen Raucherin

Als Möchte-gern-Nicht-Raucherin, die 3-4 Mal im Jahr einen schlimmen Rückfall von 2-3 Wochen erlitt, saß ich in meinem ersten Seminar zur hypnotherapeutischen Raucherentwöhnung mit anderen Ärzten, Heilpraktikern und Psychologen, von denen damals die meisten noch rauchten und dabei sehr unglücklich waren. Davor hatte ich 15 Jahre lang geraucht. Und sicher 40-50 Zigaretten am Tag, selbstgedreht, mit der Illusion von schöpferischer Arbeit beim Drehen. 

Damals arbeitete ich in der Suchtarbeit. So war es doppelt peinlich, wenn ich meine offensichtlichen Rückfälle erlitt. Dann rauchte ich wie ein Schlot und drehte mir eine nach der Anderen. Zugleich war ich sofort wieder dabei, in diesen internen Raucherclübchen, in denen man ständig zwischendurch “Raucherpause” machte. In diesen Zeiten erlitt mein Selbstbewußtsein stets einen großen Einbruch, obwohl ich mein Rauchen damit legitimierte, daß ich behauptete: “entweder ich nehme Psychopharmaka oder ich rauche. Da ist Rauchen doch besser, oder?” Das leuchtete allen ein bei dieser schweren Arbeit. 

In Zeiten, in denen ich nicht rauchte, fühlte ich mich ausgeschlossen. Sogar, wenn ich alleine heimlich auf dem Balkon rauchte, fühlte ich mich eins mit dem Kosmos. Wirklich verrückt. Dazu hatte ich alle Hilfsmöglichkeiten bereits ausgeschöpft in den letzten Jahren von Akupunktur zu Nikotinpflastern und Kaugummi, das Buch von Alan Carr, Homöopathie, die Macht des positiven Denkens usw. usw. Dabei ging es mir gar nicht gut, während ich rauchte, ich hatte Durchblutungsstörungen in Armen und Beinen, meine Haut war fahl, ich hatte einen schlimmen morgendlichen Husten, ständige Angst vor Krebs, ich litt unter dem Gestank und bildete mir ein,  mit jeder Zigarette würde ich die zu mir genommene Nahrung neutralisieren.

Mein Selbstbewußtsein war rauchmäßig auf dem Nullpunkt. Wenn ich auch beruflich sehr erfolgreich war. Und ich saß in einer Gruppe von Menschen, die intelligent, gebildet, durchsetzungsstark war und zugleich in diesem Punkt versagte. Das gab mir Mut genug mich von Wilhelm Gerl hypnotisieren zu lassen.

Und keiner, der es nicht erlebt hat, kann begreifen, wie es sich anfühlt ganz in sich zu sein und mit dem Unbewußten zu kommunizieren und zwar in einer Weise, die deutlich macht, ich kann es nicht zwingen, nur bitten, mich zu unterstützen, bei der Arbeit des vom Rauchen freiwerdens und hoffen und warten, jedoch zugleich bereit sein, alles nötige von meiner Seite aus dafür zu tun. 

Und welches Glück und welche Erleichterung es bedeutete, als sich als Zeichen, daß mein Unbewußtes mich unterstützen würde, sich meine ausgestreckten Arme von selbst, in kleinen ruckartigen Bewegungen aufeinanderzubewegten. 

Außerdem wurde mir klar, daß ich anscheinend Ausschweifung in meinem Leben bräuchte und ich sie mir gönnen sollte in anderen mein Leben nicht schädigenden Bereichen.

Und so geschah es. Ich bin jetzt schon seit vielen Jahren rauchfrei und glücklich dabei. Seitdem mache ich 3 mal die Woche eine Stunde Ausdauersport. Mein Körper ist stark und gesund und wohlproportioniert. Mein Partner ist auch rauchfrei und Outdoorsportler. Das Rauchen ist bedeutungslos geworden. Ich halte mich ungern in Kneipen auf, weil ich Luft brauche und bin gerne draußen. Und man weiß ja nie, wie sich die Dinge entwickeln, aber man kann sicher sein, daß sie sich durch eine positive Entscheidung in überraschende Richtungen entwickeln können.

 

 

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